Der Tag vor dem Valentinstag
was feiern wir eigentlich?
Der 13. Februar ist ein stiller Tag.
Ein Tag vor den Erwartungen. Vor Symbolen. Vor romantischen Gesten.
Vielleicht ist genau dieser Tag die eigentliche Einladung: innezuhalten – bevor wir Liebe inszenieren.
Liebe ist individuell geprägt
Liebe ist kein universelles Konzept.
Jeder Mensch verbindet etwas anderes damit – bewusst oder unbewusst.
Unsere Vorstellung von Liebe entsteht früh. Sie wird geprägt durch unsere ersten Bindungserfahrungen:
Wie wurde Nähe gelebt?
War Zuwendung verlässlich?
Durften Bedürfnisse offen ausgesprochen werden?
Diese Erfahrungen formen unser inneres Beziehungssystem. Man könnte sagen: Jeder Mensch trägt einen eigenen „Programmierungscode“ in sich. Einen inneren Code, der steuert, wie wir Nähe interpretieren, wie wir Konflikte erleben, wie wir Zuneigung zeigen und wie wir Liebe empfangen.
Die entscheidende Frage ist nicht, ob wir einen Code haben – sondern:
Können wir ihn lesen?
Missverständnisse entstehen nicht aus fehlender Liebe – sondern aus unterschiedlichen Codes
In Partnerschaften gehen wir häufig davon aus, dass der andere Liebe so versteht wie wir selbst. Wir setzen stillschweigend voraus, dass unsere Bedürfnisse erkennbar sind. Gleichzeitig erwarten wir von uns, alles richtig zu machen – ohne Fehler, ohne Unsicherheit.
Doch Beziehung ist kein Gedankenlesen.
Wenn zwei unterschiedliche „Programmierungen“ aufeinandertreffen, entstehen Spannungen nicht, weil Liebe fehlt, sondern weil Interpretationen auseinandergehen.
Was für den einen Fürsorge ist, kann für den anderen Kontrolle bedeuten.
Was für die eine Nähe ist, kann für den anderen Druck erzeugen.
Ohne Bewusstsein über den eigenen inneren Code bleiben wir in Erwartungen gefangen.
Valentinstag – Symbol oder Gelegenheit zur Klärung?
Blumen und Geschenke sind nicht das Problem. Sie sind Ausdruck.
Die entscheidende Frage ist:
Drücken sie echte Verbindung aus – oder kompensieren sie unausgesprochene Bedürfnisse?
Der Tag vor dem Valentinstag bietet Raum für andere Fragen:
- Wie ist mein persönlicher „Beziehungscode“ entstanden?
- Welche Erwartungen bringe ich unbewusst in meine Partnerschaft ein?
- Spreche ich offen über meine Bedürfnisse – oder hoffe ich, verstanden zu werden?
- Bin ich bereit, auch die Programmierung meines Gegenübers verstehen zu wollen?
Bewusste Beziehung beginnt mit Selbstkenntnis
Reife Partnerschaft bedeutet nicht, perfekt zu funktionieren.
Sie bedeutet, die eigene innere Struktur zu reflektieren – und die des anderen respektvoll zu erkunden.
Vielleicht ist der 13. Februar weniger ein Vortag des Konsums, sondern ein Tag der Klärung.
Ein Tag, an dem wir nicht fragen:
„Was schenke ich?“
Sondern:
„Wie bewusst begegne ich mir selbst – und dem Menschen an meiner Seite?“
Wenn Sie Ihre Beziehung reflektieren oder Ihren persönlichen „Beziehungscode“ besser verstehen möchten, finden Sie auf Hekma.at professionelle Begleitung rund um Partnerschaft und Liebe.
Ich wünsche Ihnen einen bewussten 13. Februar – voller Klarheit und echter Verbindung.